Wiener Walzer „Pavane“

Im Februar startete ein gemeinsames Stricken in der Ravelry wollerey-Group – eine Kooperation von Elke Amann (Design) und Dagmar Reinschmidt (Garn). Ich habe mich für ein Kit aus Carmano mit dem Namen „Pavane“ entschieden. Es ist ein richtig großes Tuch geworden aus knapp 300 gr zartestem Alpaka-Seiden-Gemisch.

WiWa-Pavane00a

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Irland ~ Éire ~ Ireland

Die Idee kam während einer Dokumentation über Irland auf arte oder phoenix. Ich zwischen Herd und TV hin- und herhüpfend, als der Liebste kurz zusammenfasste: könnte unser nächster Urlaub sein. Urlaub beantragt, Flüge und Leihwagen gebucht, Regenjacke gekauft und im Internet eine grobe Richtung überlegt.

Unseren Mietwagen haben wir direkt am Dublin Airport aufgepickt (der sich allerdings als verkratzte und klappernde Möchtegern-SUV-Kiste entpuppte) und sind grob Richtung Süden gefahren – Bray – Wicklow, wo wir am Strand gegessen haben – und weiter an der Küste entlang. Gelandet sind wir in Arklow, einem kleinen Städtchen, dessen wahre Schönheit uns verborgen blieb, wo wir aber eine ordentliche Übernachtungsmöglichkeit gefunden haben und am nächsten Morgen ein ebenso ordentliches Frühstück bekommen haben.

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Aaaaber vom Wirt bekamen wir einen Tipp für unsere weitere Route: fahrt mal nach Youghal (Youghal [jɔːl; ˈjɒhəl] (irisch Eochaill, gespr. [ˈɔxiʎ]) Ich habe mit des Wirts Hilfe nach 7 Anläufen den Namen aussprechen können, nach 3,74 Minuten war die korrekte prononciation schon wieder aus meinem Hirn verschwunden. Gälisch / Irisch erschließt sich mir nicht. In keinster Weise. Dafür klappte am 2. Tag das Autofahren auf der „falschen“ Seite schon recht gut und auch, wenn es bis zum letzten Tag ungewohnt war, mit links zu schalten, haben wir uns nicht allzu dumm angestellt.

Von Arklow ging es also über Ferns

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und Enniscourthy

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in den Irish Heritage Park in Wexford, wo auf mehreren Rundwegen durch den 14 ha großen Park die Vielfalt der über 9000 Jahre alten irischen Geschichte und Tradition erzählt wird. Es werden authentische Rekonstruktionen wichtiger historischer Stätten von der Steinzeit bis zur Ankunft der Normannen in Irland gezeigt.

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Vom Wind getrieben sind wir dann am späten Nachmittag tatsächlich in Youghal angekommen. Ein süßes Städtchen. Im Pub, wie vielfach bzw. jedes Mal festgestellt, gab es (allerdings extrem laute) Livemusik. Passend zum handmade burger.

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Wer sich mal nach Youghal verirrt – oder wie wir absichtlich hinfährt – dem sei als B&B „La petite Auberge“ empfohlen. Leila und ihr Mann sind so herzlich und nett, die (das) Zimmer groß und pikobello, das Frühstück mit allem, was das Herz begehrt und noch mehr dazu:

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Leila hat uns dann den Weg nach Cork bzw. den zum besten Parkplatz aufgemalt (gegenüber vom Jury’s Inn) – und direkt auch, wie wir wieder aus dem Parkhaus rauskommen („hinten raus“). Nach Cork „mussten“ wir unbedingt. Und zwar, um den English Market zu besuchen, zu bestaunen und auf uns wirken zu lassen. Auf der Empore haben wir Tee getrunken und dem Treiben unter uns zugeguckt, ich habe mir von einem Fleischer erklären lassen, wie er diesen sich nicht auflösenden Knoten macht und ihn direkt hinter dem Knotenkopf abschneidet und ansonsten: wir haben nur gestaunt:

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Wir sind noch weiter durch Cork geschlendert, haben die „gute Tat des Tages“ geleistet, weil wir ins Butter Museum gegangen sind, obwohl sämtliche Kommentare im Reiseführer dieses als langweilig und eher zeitverschwendend bezeichnet haben. Aber der Museums-Mann hat sich gefreut, dass wir da waren und jeder 4 Euronen Eintritt gezahlt hat. Nach uns kamen nochmal 2 Personen.

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Am frühen Nachmittag sind wir dann nach Killarney gefahren, um uns Muckross House anzusehen. Wer die Führung mitmachen und sich den Park wenigstens grob ansehen will, braucht aber mehr als 1 ganzen Tag, eher 2.

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Von hier aus sind wir dann noch weiter in den Südwesten gefahren, gelandet sind wir in Glenbeigh. Übernachtet haben wir im Liosderrig House, den Namen der Wirtin haben wir nie erfahren, aber am nächsten Morgen, als sie sich am Frühstück bemüht hat, haben wir ihr einige Rezepte in ihr Büchlein diktiert. Jetzt, wo die Kinder aus dem Haus sind, wollte sie ihren frisch pensionierten Gatten mal mit frisch gekochtem Abendessen verwöhnen. Es war schon spannend.

Der nächste Tag fing leider mit Regen an, so dass wir dem Rat der letzten Herbergsmutter gefolgt sind und nicht in die „so boring middlands“ gefahren sind. Wir sind einmal komplett den „Ring of Kerry“ gefahren, sind wegen des Regens aber der Schönheit des Landstrichs nur am Rande erlegen. Nach Vollendung des „Rings“ sind wir dann doch noch nach Dingle gefahren, ein Tipp von meinem Chef. Leider auch hier Regen. So blieb es bei Tee + Kuchen und der Weiterfahrt nach Killaloe.

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In Killaloe haben wir in einem sehr hübschen Hotel übernachtet. Bei dem Regen hatten wir keine Lust, uns durch fremde Vorgärten zu kämpfen. Das Hotel stand plötzlich da so rum. 4 Sterne, wenn ich mich richtig erinnere, und kaum 10 Euro teurer, als die B&Bs der vergangenen Tage.

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Der nächste Tag begrüßte uns wieder mit hellem Sonnenschein. Hatten wir aber auch verdient, finde ich… Wir hatten den Ort ausgewählt, um es nicht mehr ganz so weit bis nach Dublin zu haben. In Dublin haben wir uns am Stadtrand ein B&B ausgeguckt, das Glenkeen House, das eine Luas (Straßenbahn)-Station in direkter Nähe hat. Viele kleine Zimmer und die auch noch mit Antiquitäten vollgestellt. Ein bisschen skurril, aber wiederum mit einem prima Frühstück am nächsten Morgen. Den Tag aber haben wir natürlich in der Hauptstadt verbracht. Molly Malone, Universität / Trinity College.

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Dublin Castle

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und von hier aus zu Fuß zur Guinness-Brauerei. Wir haben die kompletten Ausstellungräume bewandert, haben in der „Akademie“ gelernt, wie man „richtig“ Guinness zapft (klar, mit Certificate) und haben zum Abschluss den tollen Blick über Dublin genossen.

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Da Glenkeen House auch in Richtung Flughafen nicht ungünstig liegt, konnten wir uns ein bisschen Zeit lassen, um den Leihwagen abzugeben. Leider erfuhren wir erst am Flughafen, dass unser Flieger (ja, ja Eurowings) 20 Minuten Verspätung haben sollte. Im Endeffekt war es fast eine Stunde.

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Wunderbare Tage, viel Entspannung, viel schönes Wetter, gutes Essen. Alles gut.